Unser erster Weinberg
Der Fuchsberg in Radebeul bei Dresden ist unser erster Weinberg. Ein Freund hat ihn uns großzügig zur Verfügung gestellt: Wie dürfen auch zwei Gebäude auf dem Gelände nutzen, für die Weinherstellung. Aber auch, um zusammen zu feiern, zu kochen und den Sonnenuntergang zu genießen.
Der Fuchsberg liegt in einem Seitental der Elbe, in südöstlicher Ausrichtung. Viele Sonnenstunden sind so garantiert. Der Boden besteht aus einem roten Granitgemisch. Bestockt ist der Fuchsberg mit je 50 Gewürztraminer- und Kernerreben. Die Gewächse sind zehn Jahre alt.
Unser erster Jahrgang 2018 hat es uns Anfängern freilich leicht gemacht: trockenes und sonniges Wetter ließ die Reben Trauben optimal reifen und hielt die Schädlinge fern. Obwohl wir biodivers gewirtschaftet haben, konnten wir fast durchgängig große, gesunde und süße Trauben ernten. Der Zuckeranteil im Most betrug mehr als 100 Oechsle, also Auslese-Niveau! Leider ging uns durch die zu späte Ernte die Säure verloren. So schmeckt unser selbst gekelterter und abgefüllter Wein eher wie ein Süditaliener als wie ein typisch sächsisches Gewächs.
Hier haben wir euch ein paar Fotos von dem Ausnahme-Jahrgang zusammengestellt:

So sahen die Gewürztraminerreben im März aus, nach dem Schnitt. 
Neben der Arbeit blieb natürlich auch reichlich Zeit für einen Umtrunk. 
Nachdem wir die Reben nach unten gebunden hatten (Guyot), war der Austrieb im Mai in vollem Gange. 
Bald zeigten sich auch die ersten Gescheine, hier vom Gewürztraminer. 
Im Mai war der Kerner schon so weit gewachsen, dass wir ihn in den Draht einbinden mussten. 
Das ganze Weinjahr über muss der Boden durch Hacken schön luftig gehalten werden – dachten wir! 
Auch der Rasen darf nicht zu sehr in die Rebanlage hineinwuchern. 
Im Juni war das Laub schon so dicht, dass wir mit dem Auslichten beginnen konnten. 
14 Blätter haben wir den Reben pro Trieb gelassen, im oberen Teil auch ein paar Geiztriebe. 
Regelmäßig haben wir das Laub gespritzt, natürlich nur bio, mit Schwefel, Kupfer und Sonnenblumenöl. 
Wegen der extremen Trockenheit waren wir auch zu regelmäßiger Bewässerung gezwungen. 
Zeit für ein kühles Gehopftes blieb aber immer. 
Im August haben wir die Reben mit Netzen gegen Wespen und Vögel geschützt. 
Teilweise experimentierten wir auch mit Gazebeuteln, hier beim Gewürztraminer. Das ist den Beeren leider nicht gut bekommen. 
Ende September konnten wir vollreifes gesundes Lesegut ernten. Hier beim Kerner hatte der Most 105 Grad Oechsle, Auslese-Qualität! 
Im Entrapper werden die Beeren von den Stielen getrennt und schon leicht angequetscht. 
In der Wasser-Hydraulikpresse erzeugten wir in zwei Durchgängen… 
…süßen Most, dem wir noch Bentonit zum Klären und Burgunderhefe zufügten. 
Bei 12 Grad Kellertemperatur hatte der Rebensaft die ideale Gärtemperatur, um in vier Wochen zu einem tollen Wein heranzureifen. Es ist auch ein kleiner Teil Spontanvergorener dabei.